Presseberichte

Presseberichte2019-06-30T10:34:21+00:00

Ganz großes Kino: Phaeno veranstaltet Filmfestival

Von Frederike Müller

Wolfsburg. Gute Neuigkeiten für Filmfreunde und Autogrammjäger: Im Phaeno steigt noch in diesem Sommer ein großes Filmfestival. Von Donnerstag, 22., bis Sonntag, 25. August, gibt es beim „Cineways International Filmfestival“ Filmvorführungen, Ehrungen und den einen oder anderen Schauspieler und Regisseur zu erleben.

Zum Beispiel kommen der Regisseur Rob Cohen („Dragonheart“, „The Fast and the Furious“), Schauspieler Kabir Bedi („Sandokan – Der Tiger von Malaysia“; „Ashanti“) und die Schauspielerin Lindsay Wagner („Nachtfalken“, „Die Sieben-Millionen-Dollar-Frau“). Auf letztere freut sich Phaeno- Geschäftsführer Michel Junge besonders: „Eine Dame, die wir alle angehimmelt haben!“

Auch einige der Regisseure der Wettbewerbsfilme kommen für das Festival nach Wolfsburg und nehmen dafür Wege aus Russland, Kasachstan und Italien auf sich. Nicht ganz so weit hat es Jury-Mitglied Marco Serafini, der als Regisseur alle möglichen Genres verwirklicht hat – von „Kommissar Rex“ bis Rosamunde Pilcher.

Sie alle und noch einige weitere Filmgrößen gibt es an dem Wochenende live und in Farbe: „Der Publikumskontakt zu den Stars soll da sein“, erklärt der Organisator Michael Flintrop. „Da wird nichts abgeschirmt.“ Mit der Veranstaltungsorganisation hat er viel Erfahrung: Das Festival hat in den vergangenen sieben Jahren regelmäßig in Braunschweig stattgefunden, nun soll es langfristig nach Wolfsburg ziehen.

Der erste Veranstaltungstag ist zwar noch ausschließlich für geladene Gäste gedacht, doch ab Freitag geht es auch für alle anderen hoch her. Am Freitag, 23. August, wird Rob Cohen für sein Lebenswerk ausgezeichnet, es gibt einen Empfang, eine Vorführung von „The Fast and the Furious“ und eine After-Show-Party. Am Samstag empfängt Kabir Bedi seine Auszeichnung und am Sonntag werden die Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs gekürt – außerdem gibt es sowohl Samstag als auch Sonntag moderierte Panel-Talks, bei denen die Zuschauer ihre Fragen loswerden können. Alle weiteren Programmdetails werden bis dahin noch bekanntgegeben. Weitere Infos und Tickets gibt es auf www.cineways-filmfestival.de. (Quelle: Wolfsburger Allgemeine Zeitung vom 27. Juni 2019).

 

Filmstars sagen sich für die Cineways an

Von Andreas Stolz

Wolfsburg. „Es ist schon ungewöhnlich, dass das Phaeno ein internationales Filmfestival präsentiert“, sagte Direktor Michel Junge am Mittwochnachmittag während eines Pressegesprächs auf der Bankettebene der Experimentierlandschaft. „Aber das achte Cineways International Filmfestival passt bestens zu unserem international orientierten Haus mit Kooperationspartnern in San Francisco, Kopenhagen und Winterthur. Cineways ist ein ausgewogenes, etabliertes Format, das vom 22. bis 25. August Menschen nach Wolfsburg holen wird, die Filmgeschichte geschrieben haben.“ Auf Darstellerseite werden das Regisseur und Schauspieler Rob Cohen („The Fast and the Furious“) sein, außerdem reisen die „7-Millionen-Dollar-Frau“ Lindsay Wagner und der indische Star Kabir Bedi an. Dessen Filme, unter anderem „Sandokan – der malaysische Tiger“, waren in den 1970er-Jahren Straßenfeger. Das Trio wird in Wolfsburg für sein Lebenswerk geehrt. Das erzählte der Initiator  des Cineways-Festivals, Michael Flintrop. Der Rechtsanwalt aus Braunschweig hatte vor Jahren zusammen mit einem Freund „bei einem Mittagessen“ diese Idee. „Unser Anliegen ist es, den Genre-Film zu fördern“, erklärte der Jurist und fügte während des Gesprächs nebenbei an: „Promoviert habe ich über den amerikanischen Action-Cop.“ Flintrop, der das Festival „fest in Wolfsburg etablieren“ möchte, zeigte auf, welche Filme der Jury, bestehend aus Regisseur Marco Serafini („Polizeiruf 110“), Regisseurin Laura Thies („Die Rosenheim Cops“) und dem Filmbuchautor Robert Zion, präsentiert werden. Die Produktionen stammen etwa aus Schweden, Russland, Deutschland, Italien und Kasachstan. Eine Reihe von Regisseuren und Darstellern der Filme werden während der Wettbewerbsphase nach Wolfsburg reisen. Darunter sind auch die Protagonisten der deutsch-italienischen Co-Produktion „Die vierte Mafia“, Rinaldo Talamonti und Horst Janson. Am Sonntag, 25. August, um 16 Uhr wird der Gewinner-Film der Cineways feststehen und präsentiert werden. Im Rahmen der Veranstaltung werden zudem Retrospektiven der cineastischen Werke von Rob Cohen, Lindsay Wagner und Kabir Bedi über die Leinwand gehen. Bei „Panel Talks“ können Filmfans den Stars persönlich begegnen. (Quelle: Wolfsburger Nachrichten vom 27. Juni 2019)

 

US-Regisseur Rob Cohen kommt nach Wolfsburg

Von Andreas Stolz

Wolfsburg. Das wird ein cineastischer Knaller! Vom 22. bis zum 25. August startet in Wolfsburg das 8. Internationale Cineways-Filmfestival, und Veranstalter Michael Flintrop verspricht „Top-Produktionen und Stars zum Anfassen“. Einen populären Produzenten und Regisseur hat Flintrop für die tollen Kino-Tage von Wolfsburg bereits gewonnen. Rob Cohen, mit seinem „The Fast and the Furious“, einer hinreißenden Stunt- und Actionballade um illegale Straßenrennen mit Hauptdarsteller Vin Diesel einem Millionenpublikum bekannt, wird in der Volkswagenstadt für sein Lebenswerk geehrt. Der amerikanische Filmemacher wird das gesamte Festival über in Wolfsburg bleiben und die Begegnung mit den (Action-) Filmfans suchen.

„Es ist das Konzept der Cineways-Reihe“, sagte Veranstalter Flintrop im Exklusivgespräch mit unserer Zeitung. „dass Stars nicht abgeschirmt werden. Sie tauschen sich mit dem Publikum aus, ob nach den Filmvorführungen, abends bei der Party oder bei den so genannten Werkstattgesprächen, die wir während des Cineways-Festivals organisieren“.

Bereits vor einem Jahr war die VW-Stadt einer der Orte für die Cineways-Veranstaltungen. Die zweite Kommune, in der die nationalen und internationalen Größen der Branche auftauchten, war Braunschweig. Doch 2019 wird das anders sein. Michael Flintrop kündigt an: „Das Festival kommt exklusiv nach Wolfsburg.“ Der gebürtige Krefelder, der in Regensburg und München Jura studierte, verriet seine Vision: „Ich würde Cineways gern als jährliche Reihe in Wolfsburg installieren.“ Die logistische Unterstützung für die Umsetzung eines solchen Plans habe ihm die Kommune bereits signalisiert, so der in Braunschweig lebende Flintrop.

Und wie gelingt es dem Braunschweiger immer wieder, globale Größen fürs Cineways-Festival zu gewinnen? „Es ist nicht leicht“, berichtet Michael Flintrop. „Aber wenn es dir schon ein paar Jahre gelungen ist, Top-Leute für Deine Veranstaltungen zu verpflichten, dann kannst du bei den anderen, die du ins Auge gefasst hast, mit diesem Erfolg wedeln.“ (Quelle: Wolfsburger Nachrichten vom 12.02.2019)

 

Kabir Bedi erhält Ehrenpreis
Der Schauspieler kommt zu den Cineways.

Wolfsburg. Der indische Schauspieler Kapier Bedi wird auf dem achten Cineways International Filmfestival Wolfsburg im August mit dem Ehrenpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Weltberühmt geworden ist er durch seine Rolle in dem TV-Mehrteiler „Sandkorn“, der in den späten 1970er-Jahren für Furore auch auf den deutschen Bildschirmen sorgte. Daneben war Bedi in grossen internationalen Kinoproduktionen wie dem Wüstenthriller „Ashanti“, dem Bond-Abenteuer „Octopussy“ oder als Pirat in „Der schwarze Korsar“ zu sehen.

Seit vielen Jahren ist Bedi eine feste Grösse im Bollywood-Kino, wo er aktuell immer noch drei Produktionen im Jahr seine imposante Statur verleiht. (Quelle: Wolfsburger Nachrichten vom 28.02.2019)

Filmfestival: Einstimmiges Votum für „A Rose in Winter“

Das Werk mit Zana Marjanovic erzählt die Geschichte der Ordensfrau Edith Stein

Von Andreas Stolz

Wolfsburg. Mehr als nur ein Hauch von Hollywood und globalen Filmmetropolen wie New York, London, Rom oder Berlin hielt am Sonntag im CinemaXX Einzug. Eine illustre Schar von Filmschaffenden versammelte sich aus Anlass des Internationalen Cineways Filmfestivals Braunschweig-Wolfsburg im Kino gegenüber dem Hauptbahnhof.

Die Siegerproduktion im Rahmen des Wettbewerbs, der Teil dieser hochkarätigen Veranstaltung ist, wurde proklamiert und die Beteiligten wurden ausgezeichnet. Die Jury unter Vorsitz des renommierten Regisseurs Ruggero Deodato („Die letzten Kannibalen“) votierte, nach Aussagen von Deodato, einstimmig für „A Rose in Winter“ unter der Regie von Joshua Sinclair, der auch das Drehbuch geschrieben hat.

Das prämierte cineastische Werk mit Hauptdarstellerin Zana Marjanovic und Schauspielgrößen wie Anja Kruse, Hannelore Elsner, Ken Duken und Christian Cooke erzählt die Geschichte der katholischen Ordensfrau Edith Stein. Eine Kämpferin für (Frauen-)Rechte, die im NS-Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ermordet wurde.

„Der Film tritt von Wolfsburg aus seinen internationalen Weg an“, zeigte sich Festival-Organisator und -Leiter Dr. Michael Flintrop vom Erfolg dieser britischen Produktion überzeugt. Joshua Sinclair berichtete: „Für eine solche Geschichte ist es schwierig, Geldgeber zu finden“, erklärte der Regisseur und Autor. „Bei einem Thema mit Gewaltszenen ist es einfacher.“

Die Kamera führte bei „A Rose in Winter“ der dreifache Oscar-Gewinner Vittorio Storaro („Apocalypse Now“, „Reds“ und „Der letzte Kaiser“). Der 1940 in Rom geborene Filmschaffende, er dreht zurzeit mit Woody Allen in New York, hob die Bedeutung des Filmstoffs heraus. „Das ist sehr wichtig, gerade heute, in unserer Zeit.“ Die Darstellerin der Edith Stein, die Bosnierin Zana Marjanovic, erzählte: „Ich wurde gecastet und habe mich über mehrere Jahre mit meiner Rolle auseinandergesetzt. Ich bin dabei der Persönlichkeit dieser Ordensfrau immer näher gekommen.“

Anja Kruse freute sich, „dass ich diesen Film von der ersten Stunde an, das war im Sommer 2010, begleiten konnte“. Die Schauspielerin berichtete „von intensiven Drehtagen mit sehr netten Kollegen“ und schwärmte rückblickend ein wenig vom Drehort Budapest.

Der Abschlussfilm am Sonntagnachmittag rundete das facettenreiche Programm des 7. Cineways Filmfestivals ab. Am Vormittag hatte der Drehbuchautor und Regisseur Peter Keglevic, der unter anderem mit Christoph Waltz und Ulrich Tukur drehte, im CinemaXX mit jungen Regisseuren gesprochen. „Keine Frage blieb unbeantwortet“, berichtete Festival-Chef Flintrop. Was es sonst noch gab: Im Delphin-Palast wurde Schauspielerin Corinne Clery vom James Bond Club mit dem James-Bond_Award ausgezeichnet. Und der australische Regisseur Bruce Beresford („Doppelmord“, 1999) erhielt die Auszeichnung für sein Lebenswerk (Quelle: Wolfsburger Nachrichten vom 03.09.2018)

 

Auf der Come Together-Party feierte das 6. Cineways 2017 „Bond“-Regisseur John Glen und Schauspieler-Legende Brad Harris („Kommissar X“), der kurz darauf leider verstorben ist:

 

Der fünffache „Bond“-Regisseur John Glen (u.a. „Octopussy“, „In tödlicher Mission“, „Lizenz zum Töten“) war auf dem 6. Cineways zu Gast und erhielt dort den Preis für sein Lebenswerk. Hier ein kleines Grußwort von ihm:

 

Eine Menge los auf dem 5. Cineways 2016 (ehemals Cinestrange)

Neues von den Blues Brothers

John Landis erzählt, wie er den Kultfilm „Thriller“ drehte – und was er heute macht.

Von Florian Arnold

Braunschweig. In den 1980er und 1990er-Jahren war John Landis einer der erfolgreichsten Regisseure weltweit. Er drehte Kult-Filme wie „Blues Brothers“ und „American Werewolf“, Kassenschlager wie „Der Prinz von Zamunda“ und mit Michael Jacksons „Thriller“ das berühmteste Musikvideo überhaupt.

Doch seit 1998 „Blues Brothers 2000“ floppte, hat Landis nur noch einen Spielfilm gedreht, die schwarze Komödie „Burke & Hare“. Warum dieser Bruch? Der agile 66-Jährige lehnt sich in seinem Sessel in einem Braunschweiger Hotel zurück und lächelt verschmitzt. „Weil ich kein Geld mehr bekomme, um meine Ideen umzusetzen. Also drehe ich weltweit Werbespots. Das ist nict besonders herausfordernd, aber ich komme herum und mache das, was ich liebe: filmen“, antwortet er entwaffnend offen.

Er wirkt ehrlich erfreut, dass wir „Burke & Hare“ loben, für die erstklassigen Schauspieler und die bis ins Detail liebevolle Inszenierung. Der schräge Thriller basiert auf einer wahren Geschichte: Im Edingburgh der 1820er Jahre ermordeten zwei irische Einwanderer 16 Menschen, um ihre Leichen an den Anatomie-Professor Robert Knox zu verkaufen. „Der Reiz war es, die Story so zu erzählen, dass man diese Glücksritter irgendwie mögen muss, ohne zu unterschlagen, dass sie Mörder waren“, erzählt Landis.

Beim Braunschweiger Cineways-Festival präsentiert er heute erstmals in Deutschland eine neue Langfassung seines Kultfilms „Blues Brothers“. „Das Plus von 15 Minuten sind im Wesentlichen längere Auftritte von James Brown und John Lee Hooker, aber auch einige schöne Szenen, bei denen ich wirklich nicht weiß, warum sie damals rausgeschnitten wurden“, erzählt er.

Der Klassiker sei 1980 unter massivem Zeitdruck realisiert worden. Die Hauptdarsteller John Belushi und Dan Aykroyd waren populäre TV-Komiker und hatten nebenher das Bandprojekt Blues Brothers gestartet, weil Aykroyd leidenschaftlicher Musikfan war. „Sie machten ein sehr erfogreiches Album, und ich und John hatte mit dem Film ‚Ich glaub, mich tritt ein Pferd‘ einen Treffer gelandet – in Amerika ist das übrigens bis heute mein populärster Streifen“, erzählt Landis. „Jedenfalls sollten wir schnell mit den Blues Brothers nachlegen. Schafft ihr das in neun Monaten?, fragte Universal. Wir sagten: klar!“

Wie ist es ihm damals gelungen, all die Soul-Stars wie Aetha Franklin und James Brown für Gastauftritte zu gewinnen? Landis: „Ich habe einfach angerufen. Sie waren froh, denn ihr Stern sank: Damals zählte nur Disco.“

Und wie kam der Kontakt zu Michael Jackson zustande? „Er mochte ‚American Werewolf‘ – den einzigen Film, den er von mir gesehen hatte“, erzählt Landis. Er hält bis heute große Stücke auf den einstigen Superstar. „Er war ein kleines, dünnes Kerlchen – aber auf der Bühne explodierte er vor Energie.“ Ja, er sei sehr exzentrisch gewesen, aber kooperativ – „und oft naiv wie ein Kind“.

Welche Pläne hat Landis nun? 2017 werde es eine neue Fassung von „Thriller“ geben, erzählt er. Und später vielleicht auch wieder Filme. „Das Skript von ‚American Werewolf“ habe ich 1969 geschrieben – erst 1981 konnte ich es realisieren. Also warten wir es ab.“ (Quelle: Braunschweiger Zeitung vom 09.09.2016)

 

John Landis auf dem 5. Cineways 2016 (ehemals Cinestrange)

 

 

Nicht alltägliche Leinwanderlebnisse
Das vierte Cineways Filmfestival findet vom 15. bis 20.September im C1 Cinema statt

Braunschweig (pau). Nicht jeder Filmfan ist gemacht für Komödien oder Arthaus-Filme. Da trifft es sich gut dass der Verein Flicker das Cineways Filmfestival auch in diesem Jahr wieder in Braunschweig veranstaltet. Das Festival für Filme, Fans und Filmemacher bietet vom 15. bis zum 20.September brandneue Filme, exklusive Klassiker, nationale und internationale Stars, einen Lang- und einen Kurzfilm-Wettbewerb sowie schöne Partys – und das alles im Zeichen des nationalen und internationalen Genrefilms.

Hauptgäste sind in diesem Jahr der Film- und Theatermacher Hugh Hudson (Greystoke, Stunde des Siegers), dazu der britische Regisseur John Hough, der sowohl Kult-Fernsehen (Mit Schirm, Charme und Melone) als auch Kult-Kino (Draculas Hexenjagd, Triumph des Mannes, den sie Pferd nannten) mitbringt.
Die deutsche Schauspiel Legende Dieter Laser – seit Rainer Werner Fassbinder und dem neue deutschen Fulm der 70er Jahre im Geschäft – bringt den aussergewöhnlichen Schocker  „Human Centipede 3“ in deutscher Erstaufführung mit. Für fundierte Diskussionsrunden sind unter anderem die Filmwissenschaftler Dr. Rolf Giesen, Dr. Marcus Stiglegger, Professor Dr. Ivo Ritzer vor Ort.

Vorstandsmitglied Marc Fehse kann trotz allem versprechen, dass die Veranstaltung nicht zu kopflastig wird:  „Es gibt natürlich wieder eine riesige Party. Dabei dreht sich dieses Mal alles rund um den deutschen Spass-Schocker „Sky Sharks“, bei der Jane Micaela Schäfer auflegt und zu dem sich Michaela Schaffrath, Jurymitglied Claus Theo Gärtner und viele weitere gesellen werden.“

Einer von Fehse persönlichen Tipps für das Festival ist der gerade von der Indizierungsliste gestrichene Film „Opera“ von Dario Argento, der in bestechender 4K-Optik gezeigt wird.

Nach dem Erfolg im Vorjahr rechnen die Festival-Veranstalter bei dieser Auflage mit bis zu 800 Besuchern. Etwas dichter werden sich die Gäste wohl am Abschlusstag drängeln. Dann gibt es die Gelegenheit, in ungezwungener Atmosphäre auf Film- und Fernsehschaffende zu treffen, sich Autogramme zurollen, mit ihnen zu pludern – und, natürlich: Filme zu geniessen. (Quelle: Neue Braunschweiger vom 12.09.2015)

 

Hudson hasst die Hochmütigen

Der Regisseur, Oscar-Preisträger und Cineways-Gast erzählt über die politische Motivation seines Schaffens

Von Andreas Berger

Braunschweig. Von Glanz und Glamour hält Hugh Hudson nichts. Als er am Donnerstag beim Cineways-Festival seinen mit vier Oscars gekrönten Filmerfolg „Die Stunde des Siegers“ vorstellt, kommt er in schlichter Windjacke, gibt freundlich Autogramme und reagiert fast beschämt, als ihm Regie-Kollege John Hough Komplimente macht.

In unserem Gespräch bei Chips und Cola erzählt er unaufgeregt, doch entschieden von seinem Hass auf die englische Klassengesellschaft, der aus seiner Kindheit herrührt. „Ich war auf einem Eliteinternat voller hochmütiger Kinder auch noch hochmütigeren Upperclassfamilien. Oft habe ich die Schule geschwänzt und habe mir im örtlichen Kino diese wunderbaren amerikanischen Musikfilme angeschaut. Kino war für mich eine Flucht in eine andere Welt.“

Nun hat er selbst freilich nie solche nur fröhlichen Unterhaltungsfilme gemacht. Stattdessen seinen Durchbruch erzielt mit „Die Stunde des Siegers“, einem sehr sozialkritischen Film, in dem ein jüdischer und ein streng christlicher Läufer 1924 bei den Olympischen Spielen in Paris allen Vorurteilen zum Trotz Siege erringen. Beide hat es wirklich gegeben, und der jüdische Läufer Harold Abrahams hatte als Student in Cambridge mit demselben Hochmut und dem Antisemitismus zu kämpfen, den auch Hudson auf seiner Schule erlebt hat.

„Im Übrigen habe ich Sport in der Schule gehasst“, sagt Hudson. Aber es sei ihm darum gegangen, individuelle Kraft und Selbsttreue zu zeigen, die sich durchsetzen in einer feindlichen Gesellschaft. „Da ist gar kein Patriotismus dabei, im Gegenteil. Darum war ich so sauer, dass Margret Thatcher und ihre Tories den Film nach dem Oscar-Sieg 1981 patriotisch für ihren Falkland-Krieg interpretierten. Mit Thatcher hatte ich nie was am Hut.“

Man staunt, dass Hudson seinen ersten Spielfilm so spät präsentierte, schließlich arbeitete er seit den 60er Jahren, ohne je studiert zu haben, als Cutter in Paris, schuf schon bald erfolgreiche Dokumentar- und Werbefilme. „Mir hat das richtige Drehbuch gefehlt“, sagt Hudson. Dass er in „Die Stunde des Siegers“ seine eigene Schulsituation wiederfand, gab dann offenbar den Ausschlag.

Und auch in „Greystoke“, mit Christophe Lambert als zum ersten Mal ungewöhnlich affennahem Tarzan, ging es dann ja wieder um die Zwänge der Zivilisation, um die Einordnung in eine grausame, geschlossene, arrogante Gesellschaft. „Dieser Anzug musste ihn ja umschließen wie ein Korsett. Gesellschaft war für ihn ein Gefängnis“, so Hudson.

Gerechtigkeit ist sein anderes großes Thema. Gerade hat er mit Antonio Banders einen Film über die Entdeckung der Hölenmalereien in Altamira abgedreht. Die Spanischen Hobbyarchäologen wurden zunächst verspottet, die Malereien als Schmiererei ausgegeben, bis das Alter von 15 000 Jahren bestätigt wurde. Im März kommt der Film ins Kino.

Und im Mai ist Hudson dann wieder in Braunschweig, um am Staatstheater die Opernfassung von Arthur Millers „Hexenjagd“, komponiert von Robert Ward, zu inszenieren. „Operndirektor Philipp Kochheim schrieb mir, dass er in meinen Filmen eine opernhafte Ästhetik sehe, und so lud er mich ein. Ich glaube, meine Art des Erzählens passt tatsächlich gut zum Theater.“ Hudson fühlt sich auch in der Oper eher zum epischen, durchkomponierten Erzählen bei Britten und Wagner hingezogen als zur italienischen Oper mit ihren künstlichen Einteilungen in Arien und Rezitative.

„Und das Stück von Arthur Miller ist brillanter Realismus. Es ist ja auf die Kommunistenverfolgung unter McCarthy im Nachkriegs-Amerika gemünzt.“ Gesellschaftlicher Druck, der zum Massenwahn wird und das Recht beugt, um die sich offensichtlich irrenden Machthaber nicht ins Wanken zu bringen – da ist Hudson bei seinen Lebensthemen.

„Die Musik habe ich mir auch schon angehört. Wie bei meinen Filmen entstehen in meinem Kopf viele Bilder sogleich beim Lesen und Hören. Ich weiß, dass manche Effekte auf einer Bühne nicht möglich sind, Ranzoomen etwa, aber dafür kann man mit Licht Leute hervorholen“, erzählt der 79-Jährige. Es freue sich jedenfalls auf dieses neue Kapitel Opernregie, „vieeleicht ja mein letztes Kapitel“.

Das Kapitel Film ist dagegen noch lange nicht abgeschlossen. Ein Streifen über den Spanischen Bürgerkrieg ist programmiert. (Quelle: Braunschweiger Zeitung vom 18.09.2015)

 

Fabio Frizzi, der die Musiken zu den meisten Lucio Fulci-Filmen beigesteuert hat, gab auf dem 4. Cineways 2015 ein kleines Konzert:

 

Claus Theo Gärtner vergibt Filmpreise
Das Cineways-Festival startet am 15.September

Zum zweiten Mal kommt vom 15. bis 20.September das Cineways-Filmfestival in das Braunschweiger C1-Kino. Es präsentiert Klassiker und neue Produktionen des Genrefilms, also Horror-, Fantasy- und skurrile Streifen. Einige Grössen der Szene werden erwartet.

Regisseur Hugh Hudson stellt am 15.September 19 Uhr, seinen Film „Greystoke-Die Legende von Tarzan“ im C1 vor. Offizieller Eröffnungsfilm ist Mittwoch, 16.September, 21 Uhr, Dario Argento „Terror in der Oper“ aus dem Jahr 1987.

Im Festival-Wettbewerb laufen mehr als ein Dutzend Kurz- und Langfilme. Eine Jury um Schauspieler Claus Theo Gärtner wird laut dem Mitveranstalter Marc Fehse, Produzent aus Braunschweig, die besten Filme küren.

Zur Einstimmung aufs Festival zeigt das C1 am 28.August 2Magie“ mit Arnold Schwarzenegger und am 11.September, „Sharknado“. Beginn jeweils 22.45.

 

Dario Argento stimmt auf das 1. Cineways 2012 ein (ehemals Cinestrange):

 

So war das 1. Cineways 2012 (ehemals Cinestrange):

Cinestrange Rückblick2012_h264.mov

 

 

Radio Okerwelle-Interview zum 6. Cineways 2017