Filme 2017

Filme 20172017-09-13T08:59:47+00:00

IM GEHEIMDIENST IHRER MAJESTÄT (GB, 1969)

»Filmisch klar der beste Bond-Film – der einzige, der über bloße Unterhaltung hinausgeht, und Einstellung für Einstellung wunderschön komponiert.« (Steven Soderbergh)

Ein Bond für die Ewigkeit

Zu Unrecht als ein Flop verschrien (nur eben nicht so erfolgreich wie seine direkten Vorgänger), ist dieser Bond-Film längst zum heimlichen Favoriten der Reihe avanciert. Er verfügt mit Diana Rigg und Telly Savalas nicht nur über eine fantastische Besetzung (sogar der spröde Einmal-Bond George Lazenby gilt inzwischen als rehabilitiert) sondern ebenso über John Barrys brillante Musik. Was Peter Hunt (als ehemaliger Cutter der Reihe, der hier sein Regiedebüt feiert) und John Glen aus den Actionszenen herausholen, ist auch fast 50 Jahre nach der Premiere des Films schlichtweg atemberaubend. Auf diesen Film können sich Bond-Fans und alle anderen Filmliebhaber einigen – nicht zuletzt, weil er die nach wie vor werkgetreueste Verfilmung eines Ian-Fleming-Romans ist und den Mut besitzt, am Ende mit der Erfolgsformel zu brechen.

DIE WILDGÄNSE KOMMEN (GB, 1978)

»Die großen Charakterdarsteller garantieren, dass sich die Zuschauer tatsächlich mit den Figuren identifizieren – einige Szenen gehen sehr ans Herz.« (Empire)

Männer, die auf Ziele ballern

Filme über bunt zusammengewürfelte Soldatentrupps, die in unbekanntem Terrain eine gefährliche Mission bewältigen, haben sich mit modernen Klassikern wie Die Kanonen von Navarone oder Inglourious Basterds längst zu einem eigenen Subgenre des Actionfilms entwickelt. Im Unterschied zu anderen Söldnerstreifen glänzen Andrew V. McLaglens Wildgänse aber nicht nur mit Materialschlachten, sondern auch mit pointierten Charakterisierungen. Neben dem Starquartett treten fabelhafte Akteure wie Kenneth Griffith und Ronald Fraser in einprägsamen Rollen auf, die der große Szenarist Reginald Rose (von dem auch das genau gearbeitete Ensemblestück Die 12 Geschworenen stammt) lebendig entworfen hat. Damit der Zuschauer angesichts der Vielzahl von Charakteren die Übersicht behält, leistet John Glen Beachtliches im Schnitt, und er zählt die Second-Unit-Aufnahmen (u.a. den elegant choreographierten Fallschirmsprung) zu den besten seiner Karriere.

OCTOPUSSY (GB, 1983)

»Einer der elegantesten und witzigsten Filme der Reihe.« (Washington Post)

Im Abenteuerland

Octopussy ist unter John Glens Bond-Filmen eine Anomalie: Obwohl es Glens Verdienst ist, die Reihe nach den Weltraum-Eskapaden von Moonraker wieder auf die Erde zurückgeholt zu haben und 007 gegen sehr reale Gefahren kämpfen zu lassen, frönt Octopussy (an dem u.a. George Macdonald Fraser, der erfolgreichste britische Abenteuerromancier des 20. Jahrhunderts, mitschrieb) dem fröhlichen Exzess: Im besten Indiana-Jones-Geist (der Film folgt unmittelbar auf Spielbergs Jäger des verlorenen Schatzes) schwelgt der Film im überbordenden Exotismus, bleibt dabei aber wohltuend selbstironisch. Dass Bond den Showdown im Clownskostüm bestreitet und Q im Fesselballon wie einst Jules Vernes Abenteurer Phileas Fogg abheben darf, gibt die Marschrichtung vor: Ein Gute-Laune-Bond für Groß und Klein – und John Glens kommerziell erfolgreichster Bond-Film.

LIZENZ ZUM TÖTEN (GB, 1989)

»Ab und an zieht die Bond-Reihe den Bauch ein, setzt die Waffe an und landet einen Volltreffer – einer der fünf oder sechs besten James-Bond-Filme.« (Los Angeles Times)

Der Bond, der seiner Zeit voraus war

Manche Filme kommen ein paar Jahre zu früh: Lizenz zum Töten, den John Glen selbst seinen besten Film nennt, zeigt einen emotional vernarbten Bond, der sich im Konflikt sowohl mit staatlichen Autoritäten als auch mit den Geboten traditioneller Film-Männlichkeit befindet und vom Einzelkämpfer zum Teamspieler avanciert – womit er die Ära Daniel Craig vorwegnimmt, die im 21. Jahrhundert mit einer ähnlich kompromisslosen Dramaturgie das Publikum begeistern sollte. Bonds Rachefeldzug gegen die südamerikanische Drogenmafia söhnt klassische 007-Motive mit dem kompromisslosen Actionkino der 1980er-Jahre aus und konnte sich zwar 1989 nicht gegen das Überangebot an Blockbustern behaupten, ist aber weit besser gealtert als manche Kinoerfolge desselben Jahrgangs.

CHRISTOPHER COLUMBUS: DER ENTDECKER (ES, US, GB, 1992)

»John Glens Darstellung des Genueser Entdeckers ist wunderbare Unterhaltung – in einigen Szenen hätten sich auch Kirk Douglas oder Charlton Heston sehr wohlgefühlt.« (Variety)

Vertreibung aus dem Paradies

Die zweite große Produktion neben Ridley Scotts 1492, die anlässlich des 500. Jahrestags von Kolumbus‘ Reise in den Kinos anlief, sieht zunächst wie John Glens nächster Bond-Film aus: Dieser Kolumbus geht mit dem Kopf durch die Wand und lässt keinen Flirt aus. Die große Überraschung des Films ist dann freilich, wie kritisch er mit den Kolonialherren ins Gericht geht, die Krankheit, Kanonendonner und Kapitalismus im Gepäck haben und das Verderben in die Neue Welt bringen. Ein starbesetzter, kritischer Geschichtsfilm, der zwischen den Zeilen deutlich macht, dass Kolumbus nicht nur wegen seiner Verwechslung von Indien und Amerika auf dem Holzweg war.

DAS GEHEIMNIS DER CHINESISCHEN NELKE (Deutschland, Frankreich, Italien 1954)

Die Entwicklung einer spektakulären Treibstoff-Formel ruft einen Ölkonzern auf den Plan und kostet Professor Bexter, den Erfinder, das Leben. Für den Mikrofilm interessiert sich aber nicht nur die Ölindustrie, auch Polizei und eine geheimnisvolle Organisation, deren Spuren zu einer Bar mit dem Namen „Chinesische Nelke“ führen, jagen der Formel nach. Susan Bexter (Olly Schoberova), Nichte des ermordeten Professors, gerät genauso ins Visier der Verfolger wie der Privatdetektiv Donald Ramsey (Brad Harris), der Leib, Leben und Mikrofilm zu retten versucht…

Nach einem Roman von Krimi-Spezialist Louis Weinert-Wilton, der schon die Vorlage für „Das Geheimnis der schwarzen Witwe“ lieferte. Rudolf Zehetgruber („Kommissar X“, „Ein Käfer geht aufs Ganze“) drehte einen spannenden Agententhriller in der Tradition der beliebten Edgar-Wallace-Filmserie. Dabei konnte er neben Brad Harris („Kommissar X“) und Olly Schoberova populäre Schauspieler-Größen wie Horst Frank, Dietmar Schönherr und Klaus Kinski besetzen.

DIE DIAMANTENHÖLLE AM MEKONG (Deutschland, Frankreich, Italien 1964)

Tropenärztin Vivian Lancaster arbeitet im thailändischen Dschungel auf einer Schlangenfarm. Sie gerät in die Hände eines verbrecherischen Diamantenschmugglers, der im Innern Thailands eine Diamantenmine betreibt. Eine bunte Reisegruppe, darunter ein Journalist, ein schlagkräftiger US-Amerikaner und ein zwielichtiger Ehrenmann, geraten ebenfalls in das Netz von Verwicklungen und erleben eine Reihe unheimlicher Mordanschläge. Die Spuren führen in die Diamantenhölle am Mekong, wo das Faustrecht regiert und keiner, der eine Handvoll Diamanten gewinnt, sicher sein kann, ob er nicht im nächsten Augenblick sein Leben verliert.

Die Regie lag in den Händen von Frank Kramer (= Gianfranco Parolini), der später bei Italowestern wie „Sabata“ ein glücklicheres Händchen bewies. Neben dem Schweizer Paul Hubschmid („Der Tiger von Eschnapur“) und der Deutschen Marianne Hold („Die Fischerin vom Bodensee“) sind auch Horst Frank und Brad Harris („Samson, Befreier der Versklavten“) zu sehen.

KOMMISSAR X JAGT DIE ROTEN TIGER (Deutschland, Pakistan, Italien 1971)

Die Bande der roten Tiger schmuggelt Rauschgift aus Afghanistan über den Chaiber-Pass nach Pakistan, von wo es u. a. in die USA gelangt. Wer sich der Bande in den Weg stellt, wird ermordet, so auch der Amerikaner Lesley Stevens.

Um die Bande zu zerschlagen, werden Captain Tom Rowland und Kommissar X nach Pakistan entsandt. Sie erhalten drei Kontaktadressen: Jacky Clay (Stevens Sekretärin), Super-Intendent Ali und Mr. Khan. Noch vor ihrer Ankunft wird Mr. Khan getötet, angeblich von einem Tiger angefallen. Die ersten Spuren führen auf die amerikanischen Mafiosi Frank Stefani, Bosco und Paradiso, die sich nach Pakistan abgesetzt hatten.

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Kommissar-X-Roman von Manfred Wegener. Theo Maria Werner schrieb unter dem Pseudonym „Werner Hauff“ am Drehbuch mit. Etliche Szenen entstanden unter Mitwirkung der örtlichen Stämme in der Gegend des Chaiber-Passes.

RANCHO RIVER (USA 1966)

1880 reist die resolute Engländerin Martha Price mit einem preisgekrönten Bullen in die USA. Das Hereford-Rind soll als Zuchttier teuer versteigert werden. Und tatsächlich ersteht ein temperamentvoller Schotte das wertvolle Tier. Um es bei seinem neuen Besitzer abzuliefern, engagiert Martha den verschrobenen Cowboy Burnett als Scout.

Gemeinsam gehen sie auf die gefährliche Reise, auf der sie sich gegen Killer zur Wehr setzen, panischen Rinderherden entfliehen und miteinander auskommen müssen. Bei ihrer Ankunft auf Bowens Ranch zeigt sich aber, dass die Gefahr noch nicht vorbei ist.

ASSASSIN’S SEED (Deutschland 2017)

Der aufstrebende junge Profikiller Lucas Kane (Everett Ray Aponte) spürt den alten, tot geglaubten Ex-Assassinen Joseph (Erik Hansen) wieder auf und verhört ihn, um potentiell belastendes Material über den gemeinsamen Arbeitgeber, eine internationale Killer-Agentur, sicherzustellen. Während dem Verhör weckt der alte Mann langsam Lucas Erkenntnis, wie korrupt sein Auftraggeber tatsächlich ist. Doch wenn du nicht einmal weißt, dass du benutzt wirst; wem kannst du dann noch trauen?

PORTO (Portugal, USA, Frankreich, Polen 2016)

Porto, die alte portugiesische Hafenstadt mit ihrer mysteriösen, fast morbiden Atmosphäre ist der Ort, an dem Jake (Anton Yelchin) und Mati (Lucie Lucas) aufeinandertreffen. Beide sind fremd in der Stadt, beide sind Außenseiter, und beide sind auf der Suche. Als sie sich begegnen, ist es Anziehung, ja, Liebe auf den ersten Blick. Fremd, doch zugleich vertraut, stürzen sie sich Hals über Kopf in eine Affäre. Es ist nur eine einzige Nacht, die sie miteinander verbringen. Aber die Zeit scheint still zu stehen. Mit Blicken, Gesten und Worten schaffen sie eine geheimnisvolle und doch unauflösbare Verbindung. Die Vergangenheit lässt sich nicht zurückholen, aber die glücklichen und leidvollen Erinnerungen hinterlassen bei beiden ihre Spuren. Für immer.

PORTO ist der erste Spielfilm des amerikanisch-brasilianischen Regisseurs Gabe Klinger, gleichzeitig einer der letzten von Anton Yelchin (STAR TREK, ONLY LOVERS LEFT ALIVE), der im Juni 2016 auf tragische Weise ums Leben kam. Entstanden ist der Film unter der Mitwirkung von Jim Jarmusch (DEAD MAN, BROKEN FLOWERS) als Ausführender Produzent. Seine Weltpremiere feierte PORTO auf dem Internationalen Filmfestival San Sebastian, weitere Festivaleinladungen u. a. zum 60. BFI London Film Festival, dem Zürich Filmfestival und den 50. Internationalen Hofer Filmtagen folgten.

Bereits 2013 gewann Gabe Klinger bei den 70. Internationalen Filmfestspielen von Venedig den VENEZIA CLASSICI AWARD für den besten Dokumentarfilm (DOUBLE PLAY: JAMES BENNING AND RICHARD LINKLATER).

„The presence of the late Anton Yelchin amplifies the bittersweet melancholy of Gabe Klinger’s graceful romantic miniature … A film that’s in love with love, in love with cinema, and concerned that neither is built to last.“ (Variety)

TOM OF FINLAND (Finnland, Dänemark, Deutschland, USA, Schweden 2017)

Jeder kennt die ikonische, stilbildende Kunst von Tom of Finland, doch kaum einer die Geschichte des Mannes dahinter: Zurückgekehrt von der Front des 2. Weltkriegs erweist sich für Touko Laaksonen (Pekka Strang) das Leben im Frieden ebenso als Krieg. Im Finnland der 1950er Jahre kann er als Homosexueller weder lieben, wen er will, noch sich selbst verwirklichen. Immer der Gefahr einer strafrechtlichen Verfolgung ausgesetzt, die mit Schwulen rigoros umgeht, findet Touko Zuflucht im Zeichnen homoerotischer Bilder. Unter dem Pseudonym Tom of Finland tritt seine Kunst schließlich einen Siegeszug an. Der Künstler entfacht damit nicht nur die „Gay Revolution“, sondern wird auch zur Symbolfigur einer ganzen Generation junger Männer.

Der preisgekrönte Filmemacher Dome Karukoski erzählt im spannenden Biopic TOM OF FINLAND nicht nur über das Leben und die Arbeit der einflussreichsten Figur der Schwulen-Kultur des 20. Jahrhunderts, sondern bringt eine berührende Geschichte um wahre Liebe und das Recht auf persönliche Freiheit auf die Leinwand.

TOM OF FINLAND eröffnete 2017 das Göteborg Film Festival und gewann dort den FIPRESCI Preis. Seine Deutschland-Premiere feiert der Film beim Filmfest München.

THE SPACEWALKER (Russland 2017)

Die 60er Jahre: der Höhepunkt des kalten Krieges. Zwei Supermächte, die UdSSR und die USA, kämpfen um den Vorrang im kosmischen Wettrennen. Noch ist die UdSSR vorne, als nächstes kommt – der Spaziergang des Menschen im freien Weltraum.

Zwei Wochen vor dem Start explodiert das Testraumschiff. Es bleibt keine Zeit mehr für die Aufklärung der Gründe. Und auch wenn die Risiken enorm sind, man will die Führungsposition nicht aufgeben. Die Mission wird dem erfahrenen Militärflieger Pawel Beljajewa und seinem jüngeren Partner Aleksej Leonov übertragen, der keine Angst kennt und von einer Heldentat träumt. Beide sind bereit, in die Ungewissheit zu schreiten. Aber niemand kann erahnen, was ihnen alles bevorstehen würde. In dieser Mission ist alles, was nur möglich ist, schief gegangen…

Basierend auf einer wahren Geschichte, fesselt “The Spacewalker” das Publikum mit den Erfahrungen der Kosmonauten Leonov und Belyaev während ihres Fluges mit Voshod-2 am 18. & 19. März 1965. Die fünf Meter zurück zur Schleuse des Raumschiffs wurden zur schlimmsten Tortur in Leonov’s Leben und der spätere manuelle Wiedereintritt sowie die Notlandung sind ein Beweis für den unglaublichen Willen zu überleben.

ATTRACTION (Russland 2017)

Wie aus dem Nichts taucht plötzlich ein mysteriöses außerirdisches Raumschiff im Orbit über der Erde auf und stürzt in Moskau vom Himmel, wobei es gewaltige Schäden anrichtet. Wozu die Aliens auf die Erde gekommen sind und ob ihre Bruchlandung tatsächlich ein Unfall war, bleibt zunächst unklar. Nur eines ist gewiss: Einigen Menschen wird ein Blick in das Innere des Raumschiffs gewährt und sie beginnen danach, ihre gesamte Existenz und die Entstehung der Menschheit in Frage zu stellen.

Was wird die Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums erwarten, wenn sie versuchen, Kontakt mit den „Gästen“ aufzunehmen? Schnell wird die Forderung laut, dass die Aliens die Erde wieder verlassen sollen. Und auch Artyom (Alexander Petrov) und Yulya (Irina Starshenbaum) müssen sich in dieser chaotischen Lage zurechtfinden.

DANCE TO DEATH (Russland 2017)

Moskau im Jahr 2070: Nach einem nuklearen Krieg sind die althergebrachten Energiequellen wie Öl und Kohle vollständig versiegt. Eine neue Technologie erlaubt es jedoch, Energie aus dem menschlichen Körper zu beziehen, doch dabei kommt der Mensch um und übrig bleibt nur ein Haufen Asche.

In einem geheimen Bunker in der Stadt werden junge Menschen dazu gezwungen, an einem Tanzturnier auf Leben und Tod teilzunehmen. Die Gewinner bleiben am Leben, die Verlierer werden zu Energie verarbeitet. Der junge Kostya (Ivan Zhvakin), der von der Polizei bei einer Razzia geschnappt wurde, wird zur Teilnahme am Wettbewerb gezwungen. Dort verliebt er sich in die schöne Anya (Lukerya Ilyashenko), Tochter eines hochrangigen Offiziers, die sich freiwillig gemeldet hat. Doch wer von ihnen wird überleben?

THE COFFIN IN THE MOUNTAIN (China 2014)

Ein junger Mann versucht, der überwältigenden Macht seiner Familie zu entrinnen. Als er jedoch aus Versehen einen ortsansässigen Verbrecher tötet, ist sein Schicksal auf komplizierte Weise mit dem seines Vaters verbunden.

Eine Frau, seit Jahren Opfer häuslicher Gewalt, findet Schutz in den Armen ihres Ex-Geliebten. Die Nachricht vom Tode ihres Mannes erreicht sie, während sie soeben dessen Mord plant. Ein aufrichtiger Dorfpolizist plant seinen Ruhestand, aber ein außergewöhnliches Ereignis in Verbindung mit seinem Sohn zieht ihn in den Abgrund.

Das chinesische Krimidrama von Regisseur Xin Yukun überzeugt mit einer Mischung aus schwarzem Humor, Spannung und Thrillerelementen.

DETECTIVE CHINATOWN (China 2015)

Nachdem er von der Polizeischule abgelehnt wird, fährt Qin Feng (Liu Haoran) in den Urlaub nach Bangkok. Dort plant er, Zeit mit seinem „Onkel“ Tang Ren (Wang Baoqiang) zu verbringen, der den Ruf hat, der beste Kriminalbeamte Chinatown’s zu sein. Tang Ren entpuppt sich jedoch als schmieriger, belangloser Schwindler der in Wahrheit ein Handlanger des inkompetenten Polizeiobermeisters Kon Tai (Xiao Yang) ist.

Währenddessen wird Sompat, der Hauptverdächtige in einem Golddiebstahl, ermordet und das Gold verschwindet. Es gehörte dem ortsansässigen Gangster Mr. Yan (Chin Shi-chieh). Kon Tai und sein Rivale im Polizeirevier, der ambitionierte Huang Landeng (Chen He), werden bewusst in Konkurrenz gesetzt. Wer zuerst den Fall löst und das verschwundene Gold wiederbeschafft, wird zum nächsten stellvertretenden Polizeiobermeister ernannt.

Die chinesische Mysterykomödie unter der Regie von Chen Sicheng vereint alles was das Herz begehrt: tonnenweise Humor, Action, Spannung und allerhand seltsame Charaktere.

HAVE A NICE DAY (China 2017)

Eine Stadt im Süden Chinas und eine Tasche mit einer Million Yuan stürzt mehrere Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen in einen blutigen Konflikt. Philosophierende Gangsterbosse, alternde Auftragskiller, Männer und Frauen die es leid sind ums Überleben zu kämpfen – jeder der seine Finger an die Tasche bekommt, versucht an ihr festzuhalten, als wäre es ein Rettungsanker.

„Have a Nice Day“ zerfällt in vier Teile, die mit eingeblendeten Zahlen voneinander abgetrennt werden. Am Ende jedes Teils liegt irgendwer bewusstlos am Boden oder hat es einen Unfall gegeben. Keiner traut dem anderen, jeder kämpft für sich, alle mogeln sich durch, so gut es geht. Der Film schlägt mehrere Haken, wechselt rasant zwischen den Handelnden.  Doch der Plot ist genau strukturiert, die meisten losen Enden werden wieder zusammengeführt.

DARK CIRCUS (Deutschland 2016)

Dark Circus ist die Geschichte einer Transformation, eine sinnliche Reise in die Abgründe des Unbewussten.
Johanna langweilt sich ziellos und uninspiriert inmitten des Berliner Großstadtlebens. Als sie ihren Job in einem Friseursalon verliert, beginnt sie von Tagträumen und Visionen ereilt zu werden. Sie folgt dem mysteriösen Ruf in eine Parallelwelt, in der sie in die Zirkel einer Gothic-Fetisch-Clique und zugleich in die magischen Fänge der „Mistress“ gerät.

DARK CIRCUS gewährt tiefe Einblicke in eine Fetischszene, von deren Existenz viele nicht einmal zu träumen wagen. Satanismus, schwarze Magie, SM und Ritual-Sex bestimmten diese okkulte Welt ohne Tabus, in denen Johanna eine neue emotionale und sexuelle Heimat findet, die ihr zugleich Angst macht, sie aber auch nicht mehr loslässt.

 

MONTRAK (Deutschland 2016)

In Deutschland verschwinden immer mehr Menschen. Hinter den mysteriösen Vermisstenfällen stecken aber keine vermuteten Wolfsangriffe, sondern Vampire, die ihren Ursprung im Mittelalter haben.

MONTRAK (Sönke Möhring), ein einstiger Burggraf, wird durch einen von Luzifer verwandelten Ring zum Vampir-Dasein verdammt. Als er von den Menschen gejagt wird, bleibt ihm keine andere Wahl als sich töten zu lassen, damit der Mythos Vampir in Vergessenheit gerät.

Doch MONTRAKs Untertanen (u.a. Adam Jaskolka) erschaffen im Geheimen einen neuen Vampirmeister, der in der Zukunft das Land mit seiner Armee endgültig ins Chaos stürzen soll. Nur eine kleine Gruppe von Menschen (u.a. Dustin Semmelrogge, Ralph Stieber) stellt sich ihnen in den Weg.

VESPER (Frankreich 2017) – OmU

Marge Ofenbey schließt sich zurückgezogen in ihrem Haus ein um ihrem manipulativen und düsteren Ehemann zu entfliehen. Sie bittet ihren Neffen Christian um Hilfe. Doch schon bald wird Christian das Geheimnis lüften welches Marge und Walter umgibt. Was sind Walter’s wahre Absichten? Warum wird Marge von den Sternen verfolgt?

VESPER, inszeniert vom 19 jährigen französischen Regisseurs Keyvan Sheikhalishahi, ist ein mysteriöser und tragischer Thriller, eine Mischung aus drei Welten: dem tragischen Jetzt, der Fantasiewelt und der idyllischen Welt der Toten.

Der Kurzfilm überzeugt mit einer packenden Geschichte und starken, überzeugenden Darstellern. Für das Cineways Filmfestival haben wir den Film mit deutschen Untertiteln versehen.

BEZIEHUNGSPARADOX (Deutschland 2017)

Der Quantenphysiker Dr. Ingmar Braun erhält auf einer Konferenz, auf der er seine bahnbrechende Zeitreisetheorie vorstellen soll, einen seltsamen Anruf von seiner Frau Marina. Überzeugt, sie habe eine Affäre, bricht er die Konferenz ab und reist zurück nach Hause.

Dort angekommen erlebt er eine Überraschung: sein Nebenbuhler ist er selbst, d.h. ein älterer Ingmar, der ihm erklärt, er sei in die Vergangenheit gereist, um Marina vor einem tödlichen Unfall zu schützen. Doch als Marina erkennt, in welche Lage sie geraten ist, schließt sie sich im Schlafzimmer ein und Ingmar begreift, dass sein älteres Ich alles andere als selbstlos handelt. Plötzlich ist nicht nur Marina in Gefahr, sondern auch er selbst.

Kann Ingmar die Bedrohung, die von ihm selbst ausgeht, abwenden und seine Ehe retten?